Das historische Fachwerkhaus „Zur Falle“ in der Bückeburger Fußgängerzone, mit Wirtsschild und Sonnenschirmen vor der Tür.

Bückeburg · seit 1622

Zur Falle — Gasthaus, Geschichten
und der Fallen-Fritz

Fast vier Jahrhunderte Gastlichkeit an der Langen Straße, und fast vierzig Jahre davon geprägt von einem Mann: Fritz Wegener — Seemann, Wirt und Bückeburger Original.

Historisches

Ein Haus mit vier Jahrhunderten Geschichte

Erstmals 1622 urkundlich erwähnt, wurde das Fachwerkhaus an der Langen Straße — schräg gegenüber der Stadtkirche — möglicherweise schon 1618 errichtet. Seither reicht die Kette seiner Wirte und Besitzer bis in die Gegenwart.

1622

Erste urkundliche Erwähnung des Hauses; vermutlich bereits 1618 zur Zeit der Errichtung der Stadtkirche erbaut.

1662–1751

Assmus vom Damm, Amtmann zum Steyerberg; die Witwe Ullrich; Hans Hinrich Bovers; Hans Jürgen Everding, Cancelei-Pedell; und Dietrich Dreysing, der als Gastwirt „Im grünen Walde“ ausschenkte.

1762–1799

Gastwirt Nicolaus Ruffe, dann Levi Heyne mit Schlachterei und Pferdestallungen — und schließlich Josef Heyne, Großvater des Dichters Heinrich Heine.

„Bankhaus Heine“
1853–1900

Georg Lindner betreibt die „Gastwirtschaft Bierfalle“, gefolgt von Friedrich Christian Stahlhut, dann Oswald Heinemeyer — erstmals unter dem Namen „Zur Falle Bückeburg“ — und Martin Otto.

1915

Wilhelm Wegener übernimmt als Gastwirt — „der Erste“ der Familie Wegener in der Falle.

1960

Fritz Wegener übernimmt das Haus endgültig von seiner Mutter und prägt es über vier Jahrzehnte als geselligen Treffpunkt Bückeburgs.

2000

Die Falle geht in den Besitz der Fürstlichen Hofkammer über — ein neues Kapitel für das altehrwürdige Haus beginnt.

Historische Ansicht des Gasthauses Zur Falle von der Straße aus.
Frontansicht in der oberen Fußgängerzone
Blick in die urige Gaststube mit dunklem Holz, Bildern und Zinngeschirr.
Die Gaststube
Innenansicht des Clubzimmers mit Wandvertäfelung.
Clubzimmer, um 1980
Das Wappenschild des Gasthauses an der Fassade.
Das Wappenschild an der Fassade
Gedenktafel für Heinrich Heine an der Fassade des Hauses.
Gedenktafel für Heinrich Heine

„Morgens ein Gläschen, mittags zwei, und abends vergisst man das Zählen dabei!“ — Sinnspruch im Bleiglasfenster der Falle

Kunstvoll bleiverglastes Fenster mit dem Sinnspruch der Falle.
Historisches Fenster der Falle.
Fenster zur Langen Straße
Die Hermann-Löns-Ecke in der Gaststube.
Hermann-Löns-Ecke
Historische Fotocollage: Vorbau, Fassade und Gartenterrasse der Falle.
Vorbau, Fassade & Gartenterrasse, historisch
Historische Schwarz-Weiß-Aufnahme der Fassade der Falle.
Die Fassade, in alten Zeiten
Historische Postkarte der Gartenwirtschaft, unter Wilhelm Wegener.
Postkarte: die Gartenwirtschaft
Historische Postkarte mit Fassade und Gaststube.
Postkarte: Fassade & Gaststube
Ein weiteres Fenster der Falle.
Fensterfront
Historische Postkarte: Gasthaus Zur Falle.
Postkarte: Gasthaus „Zur Falle“
Porträt von Fritz Wegener, dem Fallen-Fritz, mit Brille.
Fritz Wegener „Der Fallen-Fritz“ · Wirt von 1960 bis 2000

Biografie

Vom Kellnerlehrling zum Weltenbummler — und zurück nach Bückeburg

Bevor Fritz die Falle übernahm, führte ihn sein Weg quer über die Weltmeere. Eine Geschichte von Lehrjahren, Seefahrt und der Heimkehr an den Ort, der zu seinem Lebenswerk wurde.

Lehrjahre

Die Gehilfenprüfung mit Bravur bestanden

Nach der Schulzeit in Bückeburg absolvierte Fritz seine Lehre zum Kellner — und bestand die Gehilfenprüfung mit Bravur. Danach wirkte er einige Zeit im vornehmen Hotel „Vier Jahreszeiten“.

Fritz Wegener als junger Kellner beim Service im Hotel Vier Jahreszeiten.
Schulzeit

Bückeburger Schuljahre

Lange bevor er die Weltmeere bereiste, drückte Fritz gemeinsam mit seinen Klassenkameraden in Bückeburg die Schulbank.

Fritz Wegener als Schüler in seiner Schulklasse.
Der Ruf des Meeres

Die Hamburger Seeluft verhieß die weite Welt

Die Hamburger Seeluft verhieß den Duft der großen weiten Welt — und lockte Fritz auf die Weiten der Meere. Er fuhr zur See und bekam allerhand von der Welt zu sehen.

Seefahrer-Zeugnis von Fritz Wegener.
Auf großer Fahrt

Mit „Bremen“ und „Schwabenstein“ über die Weltmeere

Die „Bremen“ und die „Schwabenstein“, zwei Schiffe des Norddeutschen Lloyd, brachten Fritz als Steward über die Nordatlantik-Linie, auf Karibik-Kreuzfahrten und im Ost-Asien-Dienst um die Welt. Fremde Länder, fremde Sitten — und viele interessante Menschen.

Das Passagierschiff „Bremen“ des Norddeutschen Lloyd.
Das Schiff Schwabenstein auf See. Ein Orkan bricht über die Bremen herein — Kaventsmänner treffen das Schiff. Fritz vor der Skyline von New York. Rettungsring eines der Schiffe. Ein Dampfer auf hoher See. Fritz auf einer Rikscha während einer Fernost-Reise. Fritz vor einem Tempel im Ost-Asien-Dienst. Fritz zusammen mit Fischern in einem fernen Hafen. Fritz an Bord, vor Ort auf einer seiner Reisen. Eine gerahmte Erinnerungsstrophe: „So stand er treu zur Feste…“ Dorle im blühenden Garten, ein Schnappschuss aus Fritz' Fotokiste. Eine Hochzeitsgesellschaft, an der Fritz teilnahm.
Rückkehr

Heim nach Bückeburg, in die Falle

Wenn er als Steward eine ordentliche Heuer verdient hatte, zog es Fritz doch immer wieder zurück ins heimatliche Bückeburg — in die Falle, die er 1960 endgültig von seiner Mutter übernahm. Nach einer Renovierung wurde sie über die Jahrzehnte zum gemütlichen Hort der Gastlichkeit, wo viel gelacht, gelegentlich auch geweint wurde — man aber immer irgendwie ein Stück reicher wieder herauskam.

Fritz Wegener vor dem Eingang der Falle.
Der Wirt

An Bord der eigenen Gaststube

Als Wirt bediente Fritz seine Gäste mit derselben Herzlichkeit, die er auf See gelernt hatte — stets bereit für eine gute Geschichte von seinen Fahrten. Heute lebt Fritz im Ruhestand in Rinteln und schaut von Zeit zu Zeit in Bückeburg nach dem Rechten.

Fritz Wegener bedient Gäste in der Gaststube.
In der Presse

Der Fallen-Fritz als Lokalgröße

Fritz und seine Falle schafften es immer wieder in die Lokalzeitung — als Gastwirt mit Geschichten von den Weltmeeren war er Bückeburgs bekanntestes Original.

Zeitungsartikel über Fritz Wegener und die Falle.

Bilderalbum

Gäste, Stammtische und gute Gesellschaft

Über die Jahre schickten Fallegäste und Fritzfreunde ihre liebsten Erinnerungen ein. Eine kleine Auswahl aus dem großen Fundus — zum Klicken und Vergrößern.

Fritz Wegener an seinem 70. Geburtstag in der Falle.

Feste feiern

Fritz' 70ter — das war Klasse!

„Ich danke allen, die meiner Einladung nachkommen konnten und mir dieses Fest so toll gestaltet haben. Das Olympiastadion zu mieten übersteigt allerdings meine Möglichkeiten!“ — Fritz, in seiner Dankesrede

Zu Beginn gab's gleich ein Ständchen und viele Hände zu schütteln. Von nah und fern kamen Freunde und Verwandte ins Fallenland. Die Band jazzte los und heizte ein, das Fallen-Kammerchor-Orchester spielte auf, und zwei Schaumburger Exoten sorgten mit einem Bauchtanz für Extra-Stimmung.

Aus der Gaststube erzählt

Fritz' liebste Anekdoten

An der Theke wurde nicht nur getrunken, sondern vor allem erzählt. Ein paar der Geschichten, die Fritz gerne zum Besten gab.

Illustration zur Anekdote im Krankenhaus
Im Krankenhaus

Kommt ein Mann auf die Krankenstation. Sagt der Arzt zu ihm: „Ihre Frau gefällt mir gar nicht!“ Darauf der Mann: „Ihre ist aber auch nicht die Hübscheste!“

Illustration zur Anekdote auf dem Kongress
Auf dem Kongress

Treffen sich zwei Psychiater auf einer Veranstaltung. Sagt der eine: „Können Sie mir sagen, wie spät es ist?“ Der andere: „Tut mir leid, ich habe keine Uhr dabei!“ Darauf der erste: „Nicht so schlimm, Hauptsache wir haben drüber geredet!“

Illustration zur Anekdote in der Kaffeepause
In der Kaffeepause

Sagt eine Frau zur anderen: „Der Herr Schmitt zieht sich immer so elegant an!“ Sagt die andere: „Und vor allem so schnell!“

Toni, Fritz und Gerd an der Theke
Stammtisch-Runde

Toni, Fritz und Gerd — eine Runde, die für so manche Geschichte an der Theke gut war, festgehalten in einem Schnappschuss für die Nachwelt.

Das Jahr 2000

Abschied von Fritz — und ein Neubeginn für die Falle

Nach vierzig Jahren als Wirt übergab Fritz die Falle. Die letzten Öffnungstage, der Umbau und das Richtfest für die „neue“ Falle wurden von treuen Gästen mit der Kamera festgehalten.

Abschiedsstimmung am letzten Öffnungstag der alten Falle.
Letzter Tag

Tschüss, Falle

„Liebe Fallegäste: Wir sehen uns sicher bei der Neueröffnung — und dem neuen Wirt an dieser Stelle nochmal alles Gute und viel Erfolg! Euer Fritz.“

Gäste nehmen Abschied von der alten Falle.
Abschied

Ein letztes Mal zusammen

Stammgäste und Freunde kamen ein letztes Mal zusammen, um Fritz und der alten Falle die Ehre zu erweisen, bevor der Umbau begann.

Die Falle während der Renovierungsarbeiten.
Umbau

Die Renovierung beginnt

Unter der Fürstlichen Hofkammer wurde das altehrwürdige Fachwerkhaus behutsam saniert, um als historisches Wirtshaus in eine neue Ära zu starten.

Richtfest an der Falle mit Richtkranz.
Richtfest

Richtfest in der Falle

Bilder vom Richtfest — festgehalten von Raimund Cremers — zeigten den Baufortschritt und die Vorfreude auf die Neueröffnung.

Zimmerleute beim Richtfest der Falle.
Richtfest

Die Zimmerleute am Werk

Handwerkskunst am historischen Gebälk — das Fachwerk der Falle bekam neues Leben eingehaucht.

Zeitungsbericht über die Falle und die Ära Walter.
Presse

Die Falle in der Zeitung

Die Lokalpresse begleitete den Wandel der Falle über die Jahrzehnte — von Fritz' Zeit bis zum Neubeginn.

Weihnachtsfrühschoppen in der Falle.
Tradition

Weihnachtsfrühschoppen in der Falle

Auch nach dem Umbau lebte eine alte Tradition weiter: der Weihnachtsfrühschoppen mit alten Bekannten.

Bauplan für die neue Falle.
Der Plan

Der Plan der „Neuen Falle“ — und die Realität

Ein Blick auf die ursprünglichen Baupläne im Vergleich zur tatsächlich umgesetzten Renovierung des historischen Wirtshauses.

Weitere Aufnahme vom Richtfest der Falle.
Richtfest

Der Richtkranz wird gehisst

Ein weiterer Moment vom Richtfest — festgehalten für alle, die nicht dabei sein konnten.

Feiernde Gäste beim Richtfest.
Richtfest

Gefeiert wurde natürlich auch

Nach getaner Bauarbeit wurde beim Richtfest gemeinsam angestoßen — ganz in der Tradition der Falle.

Zeitungsbericht über die Falle.
Presse

Noch ein Zeitungsbericht

Die Umbauphase der Falle wurde von der Lokalpresse aufmerksam begleitet.

Zeitungsausschnitt über die Falle.
Presse

Ein Ausschnitt aus der Lokalzeitung

Auch dieser Zeitungsausschnitt fand seinen Weg ins Archiv der Familie Wegener.

Fritz Wegener bei der feierlichen Übergabe des Wappenschildes an die neuen Eigentümer.
Die Übergabe

Das Wappenschild wechselt die Hände

Bei der offiziellen Übergabe überreichte Fritz das historische Wappenschild der Falle an die Fürstliche Hofkammer — ein symbolischer Schlussstrich unter vierzig Jahre als Wirt.