Bückeburg · seit 1622
Zur Falle — Gasthaus, Geschichten
und der Fallen-Fritz
Fast vier Jahrhunderte Gastlichkeit an der Langen Straße, und fast vierzig Jahre davon geprägt von einem Mann: Fritz Wegener — Seemann, Wirt und Bückeburger Original.
Historisches
Ein Haus mit vier Jahrhunderten Geschichte
Erstmals 1622 urkundlich erwähnt, wurde das Fachwerkhaus an der Langen Straße — schräg gegenüber der Stadtkirche — möglicherweise schon 1618 errichtet. Seither reicht die Kette seiner Wirte und Besitzer bis in die Gegenwart.
Erste urkundliche Erwähnung des Hauses; vermutlich bereits 1618 zur Zeit der Errichtung der Stadtkirche erbaut.
Assmus vom Damm, Amtmann zum Steyerberg; die Witwe Ullrich; Hans Hinrich Bovers; Hans Jürgen Everding, Cancelei-Pedell; und Dietrich Dreysing, der als Gastwirt „Im grünen Walde“ ausschenkte.
Gastwirt Nicolaus Ruffe, dann Levi Heyne mit Schlachterei und Pferdestallungen — und schließlich Josef Heyne, Großvater des Dichters Heinrich Heine.
„Bankhaus Heine“Georg Lindner betreibt die „Gastwirtschaft Bierfalle“, gefolgt von Friedrich Christian Stahlhut, dann Oswald Heinemeyer — erstmals unter dem Namen „Zur Falle Bückeburg“ — und Martin Otto.
Wilhelm Wegener übernimmt als Gastwirt — „der Erste“ der Familie Wegener in der Falle.
Fritz Wegener übernimmt das Haus endgültig von seiner Mutter und prägt es über vier Jahrzehnte als geselligen Treffpunkt Bückeburgs.
Die Falle geht in den Besitz der Fürstlichen Hofkammer über — ein neues Kapitel für das altehrwürdige Haus beginnt.
„Morgens ein Gläschen, mittags zwei, und abends vergisst man das Zählen dabei!“ — Sinnspruch im Bleiglasfenster der Falle
Biografie
Vom Kellnerlehrling zum Weltenbummler — und zurück nach Bückeburg
Bevor Fritz die Falle übernahm, führte ihn sein Weg quer über die Weltmeere. Eine Geschichte von Lehrjahren, Seefahrt und der Heimkehr an den Ort, der zu seinem Lebenswerk wurde.
Die Gehilfenprüfung mit Bravur bestanden
Nach der Schulzeit in Bückeburg absolvierte Fritz seine Lehre zum Kellner — und bestand die Gehilfenprüfung mit Bravur. Danach wirkte er einige Zeit im vornehmen Hotel „Vier Jahreszeiten“.

Bückeburger Schuljahre
Lange bevor er die Weltmeere bereiste, drückte Fritz gemeinsam mit seinen Klassenkameraden in Bückeburg die Schulbank.

Die Hamburger Seeluft verhieß die weite Welt
Die Hamburger Seeluft verhieß den Duft der großen weiten Welt — und lockte Fritz auf die Weiten der Meere. Er fuhr zur See und bekam allerhand von der Welt zu sehen.

Mit „Bremen“ und „Schwabenstein“ über die Weltmeere
Die „Bremen“ und die „Schwabenstein“, zwei Schiffe des Norddeutschen Lloyd, brachten Fritz als Steward über die Nordatlantik-Linie, auf Karibik-Kreuzfahrten und im Ost-Asien-Dienst um die Welt. Fremde Länder, fremde Sitten — und viele interessante Menschen.

Heim nach Bückeburg, in die Falle
Wenn er als Steward eine ordentliche Heuer verdient hatte, zog es Fritz doch immer wieder zurück ins heimatliche Bückeburg — in die Falle, die er 1960 endgültig von seiner Mutter übernahm. Nach einer Renovierung wurde sie über die Jahrzehnte zum gemütlichen Hort der Gastlichkeit, wo viel gelacht, gelegentlich auch geweint wurde — man aber immer irgendwie ein Stück reicher wieder herauskam.

An Bord der eigenen Gaststube
Als Wirt bediente Fritz seine Gäste mit derselben Herzlichkeit, die er auf See gelernt hatte — stets bereit für eine gute Geschichte von seinen Fahrten. Heute lebt Fritz im Ruhestand in Rinteln und schaut von Zeit zu Zeit in Bückeburg nach dem Rechten.

Der Fallen-Fritz als Lokalgröße
Fritz und seine Falle schafften es immer wieder in die Lokalzeitung — als Gastwirt mit Geschichten von den Weltmeeren war er Bückeburgs bekanntestes Original.

Bilderalbum
Gäste, Stammtische und gute Gesellschaft
Über die Jahre schickten Fallegäste und Fritzfreunde ihre liebsten Erinnerungen ein. Eine kleine Auswahl aus dem großen Fundus — zum Klicken und Vergrößern.































Feste feiern
Fritz' 70ter — das war Klasse!
„Ich danke allen, die meiner Einladung nachkommen konnten und mir dieses Fest so toll gestaltet haben. Das Olympiastadion zu mieten übersteigt allerdings meine Möglichkeiten!“ — Fritz, in seiner Dankesrede
Zu Beginn gab's gleich ein Ständchen und viele Hände zu schütteln. Von nah und fern kamen Freunde und Verwandte ins Fallenland. Die Band jazzte los und heizte ein, das Fallen-Kammerchor-Orchester spielte auf, und zwei Schaumburger Exoten sorgten mit einem Bauchtanz für Extra-Stimmung.



















Aus der Gaststube erzählt
Fritz' liebste Anekdoten
An der Theke wurde nicht nur getrunken, sondern vor allem erzählt. Ein paar der Geschichten, die Fritz gerne zum Besten gab.
Kommt ein Mann auf die Krankenstation. Sagt der Arzt zu ihm: „Ihre Frau gefällt mir gar nicht!“ Darauf der Mann: „Ihre ist aber auch nicht die Hübscheste!“
Treffen sich zwei Psychiater auf einer Veranstaltung. Sagt der eine: „Können Sie mir sagen, wie spät es ist?“ Der andere: „Tut mir leid, ich habe keine Uhr dabei!“ Darauf der erste: „Nicht so schlimm, Hauptsache wir haben drüber geredet!“
Sagt eine Frau zur anderen: „Der Herr Schmitt zieht sich immer so elegant an!“ Sagt die andere: „Und vor allem so schnell!“
Toni, Fritz und Gerd — eine Runde, die für so manche Geschichte an der Theke gut war, festgehalten in einem Schnappschuss für die Nachwelt.
Das Jahr 2000
Abschied von Fritz — und ein Neubeginn für die Falle
Nach vierzig Jahren als Wirt übergab Fritz die Falle. Die letzten Öffnungstage, der Umbau und das Richtfest für die „neue“ Falle wurden von treuen Gästen mit der Kamera festgehalten.

Tschüss, Falle
„Liebe Fallegäste: Wir sehen uns sicher bei der Neueröffnung — und dem neuen Wirt an dieser Stelle nochmal alles Gute und viel Erfolg! Euer Fritz.“

Ein letztes Mal zusammen
Stammgäste und Freunde kamen ein letztes Mal zusammen, um Fritz und der alten Falle die Ehre zu erweisen, bevor der Umbau begann.

Die Renovierung beginnt
Unter der Fürstlichen Hofkammer wurde das altehrwürdige Fachwerkhaus behutsam saniert, um als historisches Wirtshaus in eine neue Ära zu starten.

Richtfest in der Falle
Bilder vom Richtfest — festgehalten von Raimund Cremers — zeigten den Baufortschritt und die Vorfreude auf die Neueröffnung.

Die Zimmerleute am Werk
Handwerkskunst am historischen Gebälk — das Fachwerk der Falle bekam neues Leben eingehaucht.

Die Falle in der Zeitung
Die Lokalpresse begleitete den Wandel der Falle über die Jahrzehnte — von Fritz' Zeit bis zum Neubeginn.

Weihnachtsfrühschoppen in der Falle
Auch nach dem Umbau lebte eine alte Tradition weiter: der Weihnachtsfrühschoppen mit alten Bekannten.

Der Plan der „Neuen Falle“ — und die Realität
Ein Blick auf die ursprünglichen Baupläne im Vergleich zur tatsächlich umgesetzten Renovierung des historischen Wirtshauses.

Der Richtkranz wird gehisst
Ein weiterer Moment vom Richtfest — festgehalten für alle, die nicht dabei sein konnten.

Gefeiert wurde natürlich auch
Nach getaner Bauarbeit wurde beim Richtfest gemeinsam angestoßen — ganz in der Tradition der Falle.

Noch ein Zeitungsbericht
Die Umbauphase der Falle wurde von der Lokalpresse aufmerksam begleitet.

Ein Ausschnitt aus der Lokalzeitung
Auch dieser Zeitungsausschnitt fand seinen Weg ins Archiv der Familie Wegener.

Das Wappenschild wechselt die Hände
Bei der offiziellen Übergabe überreichte Fritz das historische Wappenschild der Falle an die Fürstliche Hofkammer — ein symbolischer Schlussstrich unter vierzig Jahre als Wirt.